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Tierverhalten
von Gabriele Müller am 15.11.07

Kater Max zum Beispiel, der etliche Umzüge überstand, wollte ausdrücklich nach zwei Tagen ins Freie. Konnten wir uns darauf einigen, dass er mindestens eine Woche drinnen bleiben musste, zeigte er aber trotzdem deutlich seinen Unmut. Und wenn das Gekratze an allen Türen, begleitet von markerschütterndem Geheul dann irgendwann menschlichen Nerven zu viel wurde, ging schließlich die Tür auf und Kater schoss ins Freie.
Und er kam immer wieder - obwohl er mehrfach in den Garagen der Nachbarn eingesperrt war, obwohl ein Irrer mit dem Luftgewehr auf ihn schoss, obwohl er Wunden und Blessuren aus zahllosen Kämpfen mit Katern, Hunden und Mardern davon trug und obwohl er einmal eine ganze Woche verschwunden war.
Toby und Paul dagegen, zwei völlig verstörte Kater von einem Tierschutzverein aus der eifel, Freigang gewohnt, mussten trotzdem drei Monate im Haus bleiben. Denn anders als bei Max war ihre Bindung an uns nur sehr gering. Bei ihnen wäre die Gefahr groß gewesen, dass sie auf Nimmerwiedersehen verschwinden würden.
Darum kann der Tipp, wenn überhaupt, nur heißen: Ein Tier, das schon lange in der Familie lebt, kann sicher früher wieder ins Freie gelassen werden. Ein Neuzugang, ob vom Züchter oder aus dem Tierheim, muss erst einmal lernen, sich als Teil der Familie zu begreifen und dass dieses Haus, diese Wohnung nun sein Heim ist. Erst dann sollte er sein Revier nach draußen erweitern dürfen.
Permalink: Ab wann dürfen Katzen Freigang haben?
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