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Übergewicht bei Katzen Teil 3

abgelegt im Archiv Gastbeiträge , Tiergesundheit und Ernährung am 07.05.07

Übergewicht bei Katzen Teil 3
THEMENWOCHE ERNÄHRUNG
GASTBEITRAG VON KIRSTEN cordes


Fortsetzung

Nach der Umstellung auf hochwertiges Futter kann es lange dauern, bis die Katze sich an die nun gut verwertbare Nahrung gewöhnt hat und die Futtermenge sich entsprechend reduziert. Normalerweise pendelt sich die Futtermenge nun von allein ein und die Katze verliert ihr Übergewicht so langsam und ganz natürlich, ohne, dass man besonders darauf einwirken muss.

Fressen aus Langeweile kann eine Katze nur, wenn dauernd Futter zur Verfügung steht. Hier sollte man mit sanfter Konsequenz und viel Geduld feste Fütterungszeiten einführen.

Bei Gewohnheitsfressern (ehemalige Streuner z.B.) kann es sein, dass man die Futtermenge lebenslang rationieren muss. Auch Tiere können das natürlich regulierende Hunger- und Sättigungsgefühl verlieren. Viele von uns kennen das aus eigener Erfahrung.

Selbstverständlich sollte eine Motivation zu mehr Bewegung stattfinden, aber immer angemessen am Gesundheitszustand der Katze und nicht überfordernd. Wie für uns Menschen gilt auch hier: Aus einem Sofapupser wird kein Hochleistungssportler.

Foto: Pixelio

Wenn all das nicht hilft und die Katze weiterhin zunehmen sollte, bleibt als letzte Möglichkeit die Reduktion der Gesamtfuttermenge. Die Gesamtfuttermenge darf kleinschrittig reduziert werden (Niemals mehr als 10 Prozent unter die empfohlenen Fütterungsmengen, besser um die 5 Prozent) und das Tier wird regelmäßig gewogen. Nach 4 bis 6 Wochen sollte das Gewicht gleich bleiben und die Zunahme gestoppt sein. Jetzt kennt man die aktuelle Bedarfsmenge seiner Katze. Erst dann wird minimal weiter reduziert und das eigentliche "Abnehmen" beginnt. Umso langsamer, desto besser! Radikalkuren bei Katzen können unter Umständen zum Tod führen! (Hepathische Lipidose) Fettarme Füllstoffe dürfen in Maßen verwendet werden, aber nicht als Ersatz für das 95 Prozent Minimum der Bedarfsfütterung! Zu nennen wären hier Geflügelmuskelfleisch, Reis, Gemüse... aber bitte nur in Maßen!

Die Katze ist zu dünn
Gesundheitliche Gründe können sein:
Stoffwechselerkrankungen (Schilddrüsenüberfunktion)
Leberfunktionsstörungen
Chronischer Durchfall/Erbrechen
Parasiten
Zahn- und Zahnfleischerkrankungen
Halsschmerzen/Schluckbeschwerden
Chronische und akute Erkrankungen aller Art mit Appetitlosigkeit
Hyperaktivität: Die Katze "vergisst" das Fressen, lässt sich immer wieder ablenken, ist dabei aber sehr aktiv und hat hohen Energiebedarf

Andere Ursachen:
Die Katze bekommt zu wenig oder nährstoffarmes/fettarmes Futter
Fressstörung" z.B. Neophobie: Fast kein Futter wird akzeptiert. Die Katze hungert vor dem vollen Napf, oder Futterwechselmechanismus: Das bislang geliebte Futter wird plötzlich verschmäht (verursacht durch zu wenig Abwechslung im Futter) Weiterführende Informationen: www.daskatzenfutter.de/index-Dateien/Page1536.htm (Neophobie, Futterwechselmechanismus und die Notwendigkeit der Abwechslung)
Fehlkonditionierung: Die Katze erhält besondere Aufmerksamkeit und Zuwendung, wenn sie das Futter verweigert und nur in winzigen Häppchen frisst.

Was tun?

Gesundheitliche Ursachen bedürfen der Therapie durch einen Tierarzt oder Tierheilpraktiker.

Bei Ausschluss dieser Ursachen sollte eine gezielte Fütterung zu festen Zeiten mit hochwertiger Nahrung durchgesetzt werden. Eine Katze sollte gesunden Hunger haben, wenn sie Futter bekommt. Auch hier gilt: Geduld geht vor! Eine Umstellung dieser Art kann durchaus 6 Monate dauern. Innerhalb von 2 Tagen lässt sich da nichts machen. Kleine Schritte sind notwendig, denn eine Katze sollte nicht länger als 24 Stunden das Futter vollständig verweigern.

Um eine Fehlkonditionierung umzukehren oder zu vermeiden, muss sich der MiKaLe ("Mit-Katzen-Lebende") mal über sein eigenes Verhalten Gedanken machen. Folgt auf die Futterverweigerung eine für die Katze positive Konsequenz (geduldiges Zureden, Streicheln, besondere Aufmerksamkeit), wird die Futterverweigerung positiv verstärkt. Die Katze lernt: "Wenn ich am Futter mäkele, bekomme ich besonders viel Aufmerksamkeit und mein Mensch beschäftigt sich mit mir". Auch wenn es schwer fällt: Ignorieren Sie die Mäkelei. Hat die Katze aber eine halbwegs vernünftige Menge spontan gefressen, dann darf "verstärkt" werden.

Bei vielen Katzen wirkt sich etwas Bierhefe, über das Futter gestreut, appetitanregend aus.

Einen sehr wichtigen Punkt zum Thema: "Ich möchte meine Katze auf vernünftiges Futter umstellen" habe ich noch nicht erwähnt: Sorgen Sie immer für einen ausreichenden Schokoladenvorrat! Nein, nicht für die Katze, für SIE! Schokolade ist gut für die Nerven und ein wirksames Antidepressivum. Sie werden es brauchen! Guten Appetit!

Kirsten Cordes benötigt als Ausgleich zu ihrer beruflichen Tätigkeit als Psychologin ein Hobby, das möglichst wenig mit Menschen zu tun hat. Durch eine Futtermittelallergie einer Ihrer Katzen geriet sie vor einigen Jahren an das Thema "Katzenfutter". 30 Jahre unbedarfte Katzenfütterung waren damit beendet und die Katzen wurden auf Rohfleischfütterung umgestellt. Als Mitbegründerin der Barf-Community www.dubarfst.de und des Katzenfachforums www.katzennatur.de ist Sie unter dem Namen "GypsiesLady" im Internet bekannt. Dort findet man auch Ihre "Kleine Katzenbarf-Fibel" zum kostenlosen Download.
Ganz frisch gegründet ist die "Katzenzigeuner GbR". Hier vertreibt Sie zusammen mit ihrem Mann Arne Cordes, bekannt als "Katzenzigeuner", ein exklusives Bio-Rohfutter für Katzen: "Das Katzenfutter!"

Permalink: Übergewicht bei Katzen Teil 3

Tags: Übergewicht  Katze  ist  zu  dünn  Kirsten  Cordes  Katzen  Fütterung 

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