Aggression bei Katzen
abgelegt im Archiv Tierverhalten am 30.07.07
Krieg kommt in den besten familien vor
Merry und Fritz und Goldie und Mona haben eines gemeinsam: Beide Katzenpärchen sind jeweils Wurfgeschwister. Und haben friedlich zusammen gelebt, bis aus heiterem Himmel der Hass ausbrach. Jetzt fliegen die Haarbüschel, wird geknurrt, gefaucht und gebissen. "Dabei dachte ich immer, Wurfgeschwister vertragen sich gut". Mit diesem Satz und einiger Verzweiflung kommen die Katzenhalter zum Tierpsychologen.
Eine gleiche Sozialisation während der Welpenwochen garantiert meist ein gutes Zusammenleben - gleich ob im gemischten oder gleichgeschlechtlichen Doppelpack. Dennoch sind Geschwisterkämpfe gar nicht so selten und dafür kann es viele Ursachen geben. In diesem Fall liefert eine Besitzerin des Rätsels Lösung. "Mir ist in der Küche eine Glasvase mit lauten Klirren in tausend Stücke zerbrochen", erinnerte sie sich. "Und dann ist Goldie, die daneben saß, wie eine Furie ins Wohnzimmer gerast und hat ihre nichtsahnende Schwester Mona attackiert. Seitdem kämpfen die beiden bei jeder sich bietenden Gelegenheit.
Dieses Phänomen nennen die Tierpsychologen "umgeleitete Aggression". Der Schock schlägt um in Angriffslust. Und dabei ist es im Grunde nur Zufall, dass es die völlig unbeteiligte Artgenossin trifft, die ihrerseits jetzt misstrauisch mit Angst und Aggression reagiert.
Fritz und Merry, zwei Norwegerkatzen, betreiben dieses Spiel seit über einem Jahr und wenn der imposante Fritz grollt und das Breitseitendrohen zeigt, kann seine zierlichere Schwester Merry nur noch auf den Balkon fliehen oder vor Angst unter das Bett kriechen, wo sie uriniert. In solchen verfahrenen Fällen ist absolute Konsequenz der Halter gefragt: An ihnen ist es, Aggression unter keinen Umständen zu dulden. Bevor sie sich aufbaut, etwa mit Drohstarren und Knurren, wird die Situation entschärft, etwa durch eindeutig ablenkende Geräusche und Unterbrechung des Blickkontaktes. Konnte die Aggression nicht verhindert werden, wird der Angreifer konsequent aus dem Zimmer gewiesen.
Wichtig ist aber auch, das Selbstbewusstsein des Unterlegenen zu stärken und die Attacken des Angreifers umzulenken. Dazu feste Regeln, die besagen, dass jeder der beiden Kontrahenten einen eigenen Futternapf, einen eigenen Schlaf- und Ruheplatz und eine eigene Toilette hat, die für den jeweils anderen absolut tabu sind. Und individuelle Spieleinheiten für beide: Beuteerfolg und damit Selbstbewusstsein für das ängstlichere Tier. Kampf- und Verfolgungsspiele für den Stärkeren, um die angestaute Energie auszutoben. Und vor allem viel Lob und Zuwendung für erwünschtes, friedliches Verhalten.

Permalink: Aggression bei Katzen
Tags: Krieg Katzen Geschwister Aggression
Stimmen Sie ab für Aggression bei Katzen:
|
Dieser Eintrag wurde mit: 7.75 Punkten (von 4 Stimme(n) insg.) bewertet.
|
| RSS | |
|
| |
| Yahoo! |
|
| Bloglines |
|
| Followen Sie uns bei Twitter! |
Most Popular
Berufe
Best of
Erlebnisse
Forschung
Gastbeiträge
Handel
Hunde
Informationen über ...
Jörgs Tierleben
Katzen
Kurz vorgestellt
Misc
Pferde
Reisen
Schon gewusst
Tiergesundheit und Ernährung
Tierhaltung
Tierisch lesenswert
Tierisch sehenswert
Tierisch witzig
