Ausnahmeerscheinungen in der Familie der Hirsche - Rentiere
abgelegt im Archiv Tierportrait am 27.12.09

© tristanfAuch dieses Jahr war er wohl wieder mit ihnen unterwegs - der Weihnachtsmann mit seinen Rentieren. Damit hat er auch eine gute Wahl getroffen, denn Rentiere sind äußerst hart im Nehmen. Das ist auch ganz gut so, denn wenn sie nicht gerade an Weihnachten unterwegs sind, ziehen sie Tausende von Kilometern durch nicht gerade angenehme Eiswüsten. Für solche Gewaltmärsche sollte man schon passend gerüstet sein, und Rentiere sind es zweifellos. Dafür haben sie ein sehr dichtes Fell, das sogar im Winter Nase und auch das Maul mit einem weichen Flaum umgibt. Das ist auch nötig, denn ein Rentier kann bis zu 50 ° C unter Null aushalten. Innerhalb der Familie der Hirsche, zu denen das Rentier zählt, ist das schon ein absoluter Rekord.
Eine ganz spezielle Eigenart haben die Rentiere auch, denn sie sind die einzigen Hirsche, bei denen sowohl Bullen ein Geweih tragen als auch die Kühe. Warum das so ist, hat bisher noch niemand klären können. Rentiere sind zwar perfekt geschützt gegen Extremtemperaturen, aber selbst sie meiden den arktischen Winter. Dieser kann lebensgefährlich sein, darum wandern Herden, die bis zu 100.000 Tiere umfassen können, zu dieser Zeit in südlichere Waldregionen ab. Wenn man einer solchen Herde begegnet, sollte man sich nicht wundern, wenn man ständig Knackgeräusche hört. Bei jedem Schritt springen bei Rentieren die Sehnen über die Fußgelenke, wodurch dieses Geräusch entsteht. Im Frühjahr geht es wieder in Richtung Norden, denn dann gilt es nicht nur, für den Nachwuchs geeignete Geburtsplätze zu suchen, sondern auch, den Quälgeistern der Rentiere zu entgehen - Stechmücken.

© tristanf
Tags: Familie der Hirsche, arktischer Winter, Rentiere, Geweih, Eiswüsten
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