Beim Nachbarn: Trachtbeginn und Volksentwicklung
abgelegt im Archiv Erlebnisse am 08.04.07
Bei schönem Wetter sehe ich meinen Nachbar mehrmals täglich im Garten nach den Bienen schauen. Heute hat er mich zu sich gebeten. Nahe dem Bienenstand hört man jetzt ein überwältigendes Brausen und Summen. Wasser, Pollen und Nektar werden durch das Flugloch eingetragen:
"Jetzt wenn die Sonne richtig scheint und es wärmer ist, merkt man, dass die Völker aufstreben. Die Königin legt nun 1.000-1.500 Eier am Tag. Die Tracht hat begonnen und Sammlerinnen fliegen ohne Unterbrechung an und ab. Mit dem Brutgeschäft steigt die Temperatur im Brutnest auf 35°C an und es entsteht ein erhöhter Honigverbrauch. Das Eiweiß für den Futtersaft wird zunächst der Körpersubstanz der Arbeiterinnen, zunehmend aber von eingetragenem Pollen entnommen. Schau mal genau hin, die Bienen höseln - sie kehren den Pollen, der beim Nektar sammeln an ihnen hängen bleibt, mit den Vorderbeinen zusammen, mischen ihn mit Nektar und kleben ihn dann in zwei Paketen an die hinteren Beinpaare".
Wenn man das bunte Treiben eine Zeitlang beobachtet, erkennt man schnell, dass mehrere Bienen zielgerichtet in eine Richtung ab und von dort wieder anfliegen: hier sind ergiebige Pflanzen in den umliegenden Gärten zu finden. Doch nicht der jetzt so auffällige allseits beliebte Forsythienbusch (Goldglöckchen, Goldflieder oder Goldweide): er bietet für die Bienen rein gar nichts. Frühblüher für Entwicklungstracht bis zum Beginn der Kirschblüte sind z.B. Birke, Erle und Krokus. Von ganz besonderer Bedeutung ist die Weide, da sie reichlich Pollen und Nektar liefert und damit eine gute Entwicklung der Bienen sichert.

Tags: Gartenzaun Bienen Nachbar
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