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Bello und Mietze als Gourmets

abgelegt im Archiv Tiergesundheit und Ernährung am 05.05.07

Bello und Mietze als Gourmets
Auswüchse der Haustierernährung

Katzen würden Mäuse kaufen - richtig, aber leider gibt es keine Mäuse in Dosen. Im Zoo werden viele Tiere mit lebenden oder toten Mäusen gefüttert, aber kein Haustierbesitzer käme auf die Idee, seiner Mietze diese Futtertiere vorzusetzen, obwohl es eigentlich praktikabel wäre. Der Tierfreund könnte es wohl kaum übers Herz bringen, seiner Katze beim Erlegen der niedlichen Nagetiere zuzusehen. Vegetarische Ernährung hat sich bei unseren Haus-Raubtieren auch nicht so richtig bewährt.
Also greift man wohl oder übel zu den Produkten der Futtermittelindustrie, die anonyme Futtertiere zu undefinierbaren Breien oder Pellets verarbeitet. Niemand braucht sich zu grämen, das Töten und Schlachten geschieht fern von ihm. Der Gedanke an das Leid der Schlachttiere aus Massentierhaltung wird verdrängt. Aber selbst eingefleischte Vegetarier sehen ein, dass Fleischfresser nur mit Fleisch gesund zu ernähren sind.
Das geliebte Haustier soll ja nur das Beste bekommen. Lebensmittelqualität soll das Futter haben. Keine Konservierungs-, Farb- und Lockstoffe verspricht man dem Verbraucher, so wie keine chemischen Rückstände von Tierarzneien. So weit so gut, für menschliche Nahrung sollten diese Vorgaben selbstverständlich sein und werden doch immer wieder unterlaufen. Kriminelle Energie wird es immer geben. Warum soll es in der Futtermittelindustrie ehrlicher zugehen als in der Lebensmittelindustrie ?
Wir Verbraucher können schon lange nicht mehr die Wege und Herkunft unserer Nahrung durchschauen. Menschen sitzen mit ihren Haustieren in einem Boot und ernähren sich gleich gut oder gleich schlecht.
Mich stört bei der Diskussion um das beste Tierfutter am meisten das Wort "Lebensmittelqualität". Haustiere wurden immer mit den Resten und Abfällen des Menschen ernährt. Nahrung war zu kostbar, um sie an Tiere zu verschwenden.
Nur wir in unserer modernen Wohlstandsgesellschaft können es uns leisten, wertvolle Rohstoffe als Tierfutter zu verarbeiten. Tierfutter in Lebensmittelqualität könnte also auch bedenkenlos vom Menschen verzehrt werden.
Auf der Erde verhungern täglich Tausende von Menschen und wir füttern bello "Lebensmittelqualität". Haustiere können von Schlachtabfällen ernährt werden. Diese sollten natürlich korrekt und sauber erzeugt und verarbeitet worden sein. Mit den Resten, die für den menschlichen Verzehr eben nicht mehr geeignet sind, kann ein gutes Tierfutter hergestellt werden.
Gesundheitsschädliche Zusatzstoffe sollten natürlich nicht enthalten sein.
Wenn die Gesetze verbessert würden, bestehende Vorschriften eingehalten, kriminelle Futterpanscher aus dem Verkehr gezogen, könnten wir ohne Bedenken Fertigfutter kaufen. Wer kein Vertrauen hat, dem bleibt nur die Konsequenz der Rohfütterung: Katzen bekommen tote Mäuse und unsere Hunde ganze Körperteile von toten Tieren vorgesetzt. Bello und Mietze wären auf jeden Fall begeistert.


Permalink: Bello und Mietze als Gourmets

Tags: Hundeernährung  Katzenernährung  Tierfutter  Katzenfutter  Hundefutter 

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