Das traurige Comeback eines Trends – echte Pelze als Kleidung
abgelegt im Archiv Tierschutz am 11.05.10

© echoforsbergEin schlimmer Trend, der in den letzten Jahren immer mehr in den Hintergrund trat, feiert seit kurzem wieder ein trauriges Comeback - echte Pelze als Kleidung. Viele Promis, die Vorbilder für viele Menschen sind, schmücken sich heute wieder mit echten Pelzen und tragen sie stolz zur Schau, als wenn sie nicht wüssten, dass Tiere dafür gequält werden. Millionen Chinchillas, Kaninchen und Nerze fristen ihr trostloses Dasein auf Pelzfarmen, in kleinen Käfigen, die sie nur einmal in ihrem Leben verlassen werden, und das ist der Tag ihres Todes. Jedes Jahr werden auf Pelztierfarmen weltweit 65 Millionen Tiere gezüchtet oder auch in Fallen gefangen. Am schlimmsten trifft es die Nerze, denn rund achtzig Prozent aller Felle stammen von ihnen. Die restlichen zwanzig Prozent kommen von Füchsen, Waschbären, Iltissen, Sumpfbibern und Chinchillas. Deshalb fordert der Deutsche Tierschutzbund ein Verbot aller Pelztierfarmen in Deutschland. Hierzulande gibt es 29 Nerzfarmen, die rund 300.000 Felle pro Jahr produzieren. Andere europäische Länder sind da schon weiter, in Großbritannien und in Teilen von Österreich ist die Haltung von Pelztieren verboten. Auch in den Niederlanden stimmte das Parlament 2009 für das Verbot, denn es gibt absolut keine tiergerechte Lösung für die Pelzproduktion. Nerze werden beispielsweise mit Kohlenmonoxid vergast, damit das Fell auch schön heile bleibt. Dass die Tiere dabei minutenlang um ihr Leben ringen und dann am Ende qualvoll ersticken, scheint niemanden zu interessieren. Für nur einen einzigen Mantel müssen jeweils 40 bis 60 Nerze, bis zu 50 Waschbären und unglaubliche 130 bis 200 Chinchillas sterben.
Große Designer setzen jetzt wieder auf Pelze, und auch ehemalige Pelzgegner schmücken sich wieder mit Tierfellen, wie man an Naomi Campbell oder Kate Moss sehen kann. Aber es geht längst nicht mehr um teure Designerstücke, auch Billigware aus dem asiatischen Raum kommt nun zum Einsatz, und was viele noch mehr erschrecken wird, diese Felle sind sehr oft aus Hunden oder Katzen hergestellt. Was für uns oft unsere liebsten Begleiter im Leben sind, ist in Asien eine Ware, die sich günstiger herstellen lässt als Kunstfell. Da Tiere in solchen Ländern gar keinen Schutz genießen kommt es öfters vor, dass sie ganz einfach auch schon einmal bei lebendigem Leib gehäutet werden, wie die Tierschutzorganisation PETA berichtet. Das mag man sich überhaupt nicht vorstellen und eigentlich kann man auch gar nicht begreifen, dass es Menschen gibt, die so etwas fertig bringen. Diese Hunde und Katzen landen dann als Pelz an Winterstiefeln und Jackenkragen. Leider sind sie von Kunstfell nicht zu unterscheiden, und es kann durchaus schon einmal vorkommen, dass man ein solches Fell kauft, obwohl es als Kunstfell angepriesen wird, denn dem Verbraucher werden diese Felle einfach untergeschoben mit diversen Fantasienamen. Um dies zu vermeiden sollte man keine Produkte kaufen, die Fell oder Pelz beinhalten, denn man weiß nie, ob nicht doch ein Tier dafür unter grausamen Umständen gestorben ist. Vielleicht sollte man sich öfters einmal an den Paragraphen 1 des Tierschutzgesetzes halten: "Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen." Und ein Pelzmantel kann niemals ein vernünftiger Grund sein.

© echoforsberg
Tags: echte Pelze, Deutscher Tierschutzbund, Tierschutzorganisation PETA, Jacken, Kleidung, Kunstfell, Nerze, Chinchillas, Kaninchen
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Kommentar von:
Franziska
(05.06.10 11:22 Uhr)
sie kommen wieder, die Füchse, Nerze, Chinchillas und all die anderen Tiere, in unseren Kleiderschrank. Die Promies zeigen uns, was aktuelle Mode ist, wir schauen hin und wollen es nacheifern. Leichenbehangen werden wir den nächsten Winter überleben und fühlen uns in den kuscheligen, weichen Pelzen vor der Kälte geschützt. Ist das wahr?
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