Die Wirtschaftskrise – jetzt erreicht sie auch den Tierschutz
abgelegt im Archiv Tierschutz am 13.10.09
Jetzt ist es soweit â€" die Wirtschaftskrise hat nun auch den Tierschutz erreicht. Die Tierheime sind mittlerweile ĂĽbervoll, und gleichzeitig sinken die Spenden. So kommt es, dass einige Heime bereits vor der Insolvenz stehen. Die aktuellen Zahlen, die der Deutsche Tierschutzbund jetzt veröffentlichte, verheiĂźen nicht wirklich etwas Gutes. Der Grund, warum ein Tier ins Heim gegeben wird, ist heute bereits in 69 Prozent der Fälle die finanzielle Situation. Hartz IV oder auch der damit verbundene Umzug in eine kleinere Wohnung werden oft genannt. Auch die Tierarztkosten, die sich der Halter nicht mehr leisten kann, spielen oft eine Rolle. Im Gegensatz zum letzten Jahr sind das bereits 26 Prozent mehr. Besonders betroffen sind hier leider die Hundehalter. Eine Studie des Mafo-Instituts in Schwalbach befragte 200 der 519 Tierheime in Deutschland und kam zu diesem Ergebnis. Ăśber 55 Prozent der Tierheimleiter gab zudem an, dass es in den letzten Monaten sehr schwer geworden sei, ĂĽberhaupt Tiere zu vermitteln. Oft mĂĽssen die Tiere ĂĽber viele Monate hinweg im Heim bleiben, das steigert die Futterkosten und natĂĽrlich auch die Versorgungskosten. Gleichzeitig lässt aber auch die Spendenbereitschaft der BĂĽrger nach. Viele Heime sind mittlerweile am Ende, nur mit Spenden können sie ihren Betrieb nicht mehr aufrecht erhalten. Der Deutsche Tierschutzbund erwartet daher Konsequenzen von Bund, Ländern und Gemeinden. Es wird wohl nicht möglich sein, diese Krise aus eigener Kraft wieder zu meistern. Er argumentiert, dass die Tierheime öffentliche Aufgaben ĂĽbernehmen, denn sie kĂĽmmern sich ja auch beispielsweise um Fundtiere. DafĂĽr bekommen sie zwar von den Kommunen Geld, aber was sie bekommen, das ist gerade einmal ein Bruchteil dessen, was an Kosten dadurch entsteht. Der Rest finanziert sich durch Spenden, Sponsoren und auch ehrenamtliche Tätigkeiten. Viele Tierheime wie Bremervörde und Homburg stehen bereits vor dem Aus, hier gibt es bereits Termine, wann geschlossen werden muss. Andere stehen auch kurz davor. Als MaĂźnahme hat sich der Deutsche Tierschutzbund nun an die Politiker in Berlin gewandt. Es besteht Hoffnung, Mittel aus dem Investmentfonds zu bekommen. In fast allen Tierheimen gibt es Pläne fĂĽr das nächste Jahr, um neue Zwinger und Häuser zu bauen oder auch vorhandene zu renovieren, um das Heim zu vergrößern, damit man dem höheren Aufkommen an abgegebenen Tieren gerecht werden kann. Dies wĂĽrde durch kleinere, ortsansässige Handwerksbetriebe durchgefĂĽhrt. Also wĂĽrde diese Investition nicht nur den Heimen zu Gute kommen, sondern es sichert auch die dortigen Arbeitsplätze und kurbelt die Wirtschaft an. Wenn sich an diesem Abwärtstrend nichts ändert könnte es sein, dass es in 16 Monaten auch keinen Deutschen Tierschutzbund mehr gibt. Dies fand ebenso das Mafo-Institut heraus.
Tags: Tierschutz, Deutscher Tierschutzbund, Spenden, Sponsoren, Tierheim
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