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Ich glaub, mein Schwein pfeift
abgelegt im Archiv Gastbeiträge , Tierverhalten von Gabriele Müller am 29.01.08
Ich glaub, mein Schwein pfeift
GASTBEITRAG VON CHRISTINE WILDE

Die Meerschweinchensprache

"Ich glaub mein Schwein pfeift". Diese Redewendung dürfte gerade Meerschweinchenhaltern nicht unbekannt sein. Meerschweinchen gehören zu den wenigen kleinen Haustieren, die sich durch eine Vielzahl verschiedener Laute untereinander und mit ihrem Halter verständigen können. Da wäre zum Beispiel das meist dem Menschen vorbehaltene laute Quieken. Es ist ein sehr hohes und fast schrilles "muig muig", das Meerschweinchen immer dann hören lassen, wenn sie ihren Halter daran erinnern möchten, dass Fütterungszeit ist. Manche Meerschweinchen sind allerdings der Ansicht, dass immer Fütterungszeit ist, sobald der Halter am Gehege vorbei geht und deshalb quieken sie recht häufig.

Eine noch schrillere Variante dieses Quiekens zeigt allerdings an, dass die Meerschweinchen Angst, Panik oder Schmerzen haben. Meerschweinchenbabys rufen mit einem etwas leiseren, aber sehr ähnlichem Quieken ihre Mütter. Ein kaskadenartig an- und abschwellendes, sehr lautes, teils schrilles und schnelles Quieken scheint eine Art "Diskussionssprache" zwischen Meerschweinchen zu sein. Dabei werden diese Geräusche für gewöhnlich von mehreren Weibchen ausgestoßen, die sich streitend gegenüber stehen.

Vor allem Böcke, aber auch Weibchen in Brunftstimmung lassen ein knatternd brummendes, teils gurrendes Geräusch hören. Meerschweinchenhalter bezeichnen es als "Brommseln". Mit diesem Geräusch wollen die Meerschweinchen potenzielle Partner auf sich aufmerksam machen. Gleichzeitig mit dem Brommseln wiegt das Meerschweinchen mit dem Po hin und her. Manche Böcke brommseln ihre Partnerinnen an, wenn sich diese untereinander streiten, um sie zu beruhigen. Bei Rangordnungsstreitigkeiten zwischen Meerschweinchen wird ebenfalls gebrommselt: Es ist dann etwas lauter und wirkt aufgeregter. Böcke scheinen allerdings generell das Brommseln zu bevorzugen, sie quieken selten und brommseln mehr, um sich der Welt mitzuteilen. So kann es auch durchaus dazu kommen, dass Meerschweinchenböcke ihren Menschen um Futter anbrommseln.

(Text und Foto: Christine Wilde, Nagerinfo)

FORTSETZUNG:

Wenn ein leises Gurren aus dem Gehege zu hören ist, dann versucht ein Meerschweinchen ein anderes zu beruhigen. So ein Gurren wird auch bei Meinungsverschiedenheiten vom unterlegenen Schweinchen ausgestoßen. Lassen Meerschweinchen dieses Gurren beim Streicheln auf dem Schoss hören, sollte das nicht mit dem angenehmen Schnurren der Katze verwechselt werden. Es ist eher ein Laut, der Unbehagen anzeigt: Das Meerschweinchen möchte nicht weiter gestreichelt werden. Ein leises Mucken aus dem Gehege zeigt hingegen an, dass die Meerschweinchen sich wohl fühlen. Manche Meerschweinchen kommentieren auch jeden ihrer Schritte mit diesem leisen "muck muck".
Selten lassen Meerschweinchen ein sehr lautes und eintöniges "Zirpen" oder auch "Zwitschern" hören, das wie das Zwitschern eines Vogels klingt. Damit scheinen Meerschweinchen Stress abzubauen. Da vor allem gestresste Tiere zirpen, muss bei häufigem Zirpen herausgefunden werden, was diesen Stress auslöst.
Permalink: Ich glaub, mein Schwein pfeift
Tags: Christine  Wilde  Meerschweinchen  Sprache  pfeifen 
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