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Tierportrait
von Marita Römer am 18.12.07

Der Stachelträger und sein Winterschlaf
Wussten Sie, dass der Igel zu den ältesten noch existierenden Säugetierarten gehört?
Schon vor 65 Millionen Jahren lebten seine Vorfahren, und sein Aussehen hat sich seit 15 Millionen Jahren nicht verändert.
Der "Erinaceus europaeus Linné 1758", der Braunbrust- oder Westigel, ist ein dämmerungs- und nachtaktiver, insektenfressender Winterschläfer, übrigens der einzige Winterschläfer unter den Insektenfressern.
Er braucht ein wetterfestes, gut wärmeisoliertes Nest und kann dann bis zu fünf Monate zu einer Stachelkugel zusammengerollt verschlafen.So überbrücken Igel die nahrungsarme Jahreszeit, ihr Stoffwechsel ist auf ein Minimun reduziert.
Schon Ende Oktober begeben sich die Männchen in den Winterschlaf, vier Wochen später die Weibchen, die sich erst noch von der anstrengenden Kinderaufzucht erholen müssen.
Die Jungigel suchen noch etwas länger nach Nahrung, um sich ein gutes Fettpolster anzufuttern.
Nicht alle Igel erreichen ihr Winterschlafgewicht bis zum Frosteinbruch, und irren dann abgemagert umher. Diese Jungtiere brauchen menschliche Hilfe, ebenso wie kranke, erwachsene Tiere.
Wie erkennt man hilfsbedürftige Igel?
Igel, die nach Wintereinbruch am Tage herumlaufen sind oft krank oder schwach und sollten in menschliche Obhut genommen werden. Ein Tierarztbesuch schafft Klarheit über Krankheiten, notwendige Parasitenbekämpfung und Überlebenschancen. Ein gesundes, über 500 Gramm wiegendes Tier, soll wieder an geeigneter Stelle im Garten ausgesetzt werden, es kommt alleine zurecht.
Kleinere Tiere brauchen igelgerechte Nahrung, entweder Katzendosenfutter oder ein spezielles Igelfutter aus dem Fachhandel, das Sie mit hartgekochtem Ei und angebratenem Hackfleisch ergänzen.
Füttern Sie Igel niemals mit Obst, Gemüse oder Milchprodukten!
Hat der Stachelträger 600 bis 700 Gramm Körpergewicht erreicht, sollte er auch im Haus Gelegenheit zum Winterschlaf bekommen.Kellerräume sind oft zu warm, besser baut man ein Gehege auf, Balkon, Terrasse oder im Garten an geschützter Stelle.
Die Umgebungstemperatur sollte der Außentemperatur entsprechen und nicht über 6 Grad steigen. Das Gehege muss ausbruchssicher und vor Wind und Wetter geschützt sein. Als "Schlafzimmer" eignet sich ein Karton oder ein Holzkasten, gefüllt mit zerknülltem Zeitungspapier, in den hinein man ein kleines Schlafhäuschen stellt.
Igel, die in so ein kühles Quartier gebracht werden, hören nach einigen Tagen mit dem Fressen auf und schlafen ein.
Während des Winterschlafes muss man täglich kontrollieren ob das Tier noch schläft.
Sollte der Igel aufwachen, muss ein Notration Trockenfutter bereitstehen.
Erst Ende März, Anfang April erwacht der Winterschläfer und muss dann wieder aufgefüttert werden. Das geht schnell, innerhalb von zwei bis drei Wochen erreicht er sein Aussetzgewicht von 700 bis 750 Gramm. Die Vorbereitung auf das Auswildern geschieht am besten in einem freigehege. Dort trainiert der Igel seine Muskeln und gewöhnt sich an natürliche Nahrung.
Dann heißt es Abschied nehmen und das Wildtier Igel wieder in seine Freiheit entlassen.
Wertvolle, ausführliche Tipps finden Sie bei www.pro-igel.de
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Wong
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