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Kater wissen besser als Menschen, was ihnen gut tut

abgelegt im Archiv Tierverhalten am 30.11.08

Wie sehr Bernie und Filou den Transportkörben abgeneigt sind, habe ich heute bei meinem Umzug von Viersen nach Jade erlebt. mein Hausstand wurde am Freitag und Samstag transportiert und heute mittag holte ich die beiden aus der alten Wohnung ab. Was glauben Sie wohl, was ich heute gelernt habe? Ich hätte es mir in meinen kühnsten Träumen nicht ausgemalt.


Beide waren bereits halbwegs widerwillig von mir in ihre Körbe geschoben worden. Leichtsinnigerweise ließ ich die Badtüre offen und ging weg, um mich von meinen Vermietern zu verabschieden. Als ich zurückkehrte, waren beide Körbe leer - aufgebrochen! Beide waren durch eigene Kraft ausgebrochen!

Bernie fand ich hinter dem Duschvorhang. Ich steckte ihn erneut in den Korb und brachte ihn ins Auto. Dann suchte ich mit Filous Korb in der Hand nach Filou. Wie ich von den Nachmietern hörte, war er bereits im Garten! STRESS! Ich entdeckte ihn unter seinem Lieblingsbusch, wo er Maulwürfen, Ratten und Mäusen aufzulauern pflegte.

Es gelang mir, ihn hervorzulocken. Bereitwillig ließ er sich streicheln und ging, warum auch immer, schnurstracks durch die offene Terassentür ins Wohnzimmer. Kaum meinem Glück trauend, schlich ich vorsichtig hinterher und schob schnell die Tür zu. Geschafft! Irgendwann war es soweit: Auch er war im Korb! Nun sofort ab ins Auto! Oh Schreck! Bernie war erneut ausgebrochen! Er saß keck mich anschauend unter der Frontscheibe meines smart for two.

Ich faßte mir ein Herz, schob Filou hinein und zog schnell die Autotür hinter mir zu. Intuitiv ließ ich jetzt alles geschehen, was auf mich zukam. Das war zuerst ein friedlicher, aber recht verzweifelter Bernie. Erst verkroch er sich unter dem Fahrersitz, dann steckte er seinen Kopf im Fußraum des Beifahrers hinter dem Erste-Hilfe-Beutel und irgendwann nach 50 Kilometern fand er schließlich seinen Platz mit Blick auf bundesdeutsche Autobahnen vor dem Seitenfenster des Kofferraums - bis zum Fahrtende!

Filou sprach immer wieder mit mir und drückte durch das Käfiggitter seine Pfoten gegen meinen rechten Arm. Endlich begriff ich! Ich steuerte den nächsten Parkplatz an und ließ ihn frei! Er verkroch sich sofort unter der Wäsche im Kofferraum, später in der Mitte zwischen beiden Rückenlehnen und endlich auf der Wäsche vor dem Rückfenster.

Die ganze Fahrt war frei von Streß und Angst. Filou pflegte im Korbe stets vor Aufregung zu hyperventilieren, Bernie unzufrieden zu knurren. Unterwegs konnte ich aussteigen, es gab keine Fluchtversuche. In Jade angekommen, ließen sich beide ohne Widerstand in ihre Körbe schieben.

Ich habe heute etwas Wichtiges gelernt! Beide Kater haben durch ihr Verhalten gezeigt, WIE ES GEHT! Nicht eine leiseste Andeutung von Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit bestand zu irgendeinem Zeitpunkt. Die war allerdings in der Vergangenheit stets gegeben auch mit allen anderen Katzen, die ich hatte, wenn die Tiere während der Fahrt eingesperrt waren, fauchten, schrien, kratzten und sich ohnmächtig vor Verzweiflung aufbäumten. Mich als Katzenfreund hat dies stets vom Verkehrsgeschehen abgelenkt!!!

Gibt es auf diesem Planeten jemanden, der mich auf die juristischen Aspekte dieser Situation hinweisen möchte? Gerne schreibe hier hierzu im Jura-Weblog.

Und die Moral von der Geschicht? Ignoriere deine Katze nicht!

Hans Kolpak
Pfoten und Fell

Permalink: Kater wissen besser als Menschen, was ihnen gut tut

Tags: Katzen  Transportkörbe  Autofahrten 

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