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Gastbeiträge
, Tierverhalten
von Gabriele Müller am 16.06.07

birgit RÖDDER
Die tägliche Gesundheitskontrolle der Katze/n geschieht normalerweise ganz nebenbei durch Beobachten und gründliches Streicheln. Bei plötzlichem, tiefer gehendem Interesse, z.B. für die Zähne oder für eine "Unregelmäßigkeit" von Haut oder Fell, stoßen wir allerdings oft auf erbitterten Widerstand, der bei erwachsenen Katzen gewöhnlich mit unserer Niederlage endet. Nicht wenig Katzenhalter überlassen es deshalb lieber dem Tierarzt, eine Zecke zu ziehen, Wurmkur einzutrichtern oder die Krallen zu kürzen - ungeachtet der Tatsache, dass die Fahrt dorthin zu einem ähnlichen Abenteuer wie die Prozedur selbst wird. Selbstverständlich gehören Verletzungen und "zweifelhafte Gesundheitszustände" im Zweifelsfall in Veterinärhand, aber kleinere "Serviceleistungen" wie das Entfernen von Haarknoten, Kletten und Zecken und auch eine gründliche gesundheitliche Kontrolle durch ausgiebiges Abtasten, Öffnen des Mäulchens etc. können sehr gut vom zur Katze gehörenden Menschen durchgeführt werden - wenn die Katze daran gewöhnt ist!
Hat sie einmal schlechte Erfahrungen mit dem "Handling" (Umgang) durch Menschen gemacht, wurde ihr gewaltsam eine Wurmkur eingegeben oder beim Tierarzt unter Betäubung die Krallen geschnitten, ist als Therapie in Richtung Umgänglichkeit ein Umlernen der Katze erforderlich, das unter Umständen sehr viel langwieriger und aufwändiger ist als die einfachere Gewöhnung einer "unbedarften" Katze. Erschwerend kommt hinzu, dass während der Therapie keine Rückschläge durch eine erzwungene Behandlung eintreten dürfen, das heißt kein Krankheitsfall, keine Wurmkur, keine Impfung unter Zwang. Der Zeitrahmen ist also sehr eng, das Vorhaben zwar realisierbar, aber schwierig.
Wesentlich einfacher gestaltet sich eine frühzeitige Gewöhnung an das Handling - vor jeder negativen Erfahrung - am einfachsten bei Jungkatzen und Welpen!
Den ersten Körperkontakt mit Menschen sollten die Kätzchen ja schon in der Wurfkiste kennen lernen. Wenn die Kitten das Nest verlassen, üben wir (gerne) den Umgang durch freundliches Spielen, aber auch Hochheben und Streicheln. Die Kätzchen lernen durch gute Erfahrungen und häufige Wiederholungen, dass ein lachender Mensch nicht drohend die Zähne fletscht, sondern freundlich und vor allem friedlich ist, und dass dasselbe für Menschenhände gilt. Also warum nicht ein wenig weitergehen und einen Blick auf Zähne und Maulinneres werfen? Irgendwann im Leben einer Katze kommt der Zeitpunkt, an dem dies sinnvoll oder sogar nötig ist. Warum also nicht frühzeitig und entspannt üben?
FORTSETZUNG MORGEN
Birgit Rödder ist Diplom-Biologin und seit rund zehn Jahren als Tierverhaltenstherapeutin für Hunde, Katzen und Pferde tätig. www.tier-verhalten.de
Permalink: Katzenhandling leicht gemacht Teil 1
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