Meine Katze spielt nicht!
abgelegt im Archiv Tierverhalten am 13.11.07
Warum das Spielen für Katzen so wichtig ist
Mohrle, sechs Jahre alt, hatte bis vor Kurzem viel Freude am Nachjagen und Herumschleudern von Spielzeugmäusen. Aber seit einigen Wochen hat er völlig das Interesse an ihnen verloren. Seine Menschen können ihn auch kaum zum Spielen bewegen, so sehr sie sich auch Mühe geben.
Wenn eine Katze plötzlich die Lust am Spiel verliert, sollte man sich Sorgen machen.
Zuerst wird man an ein Gesundheitsproblem denken müssen, und ein Tierarztbesuch ist dringend erforderlich. Bei Mohrle war es eine Harnwegserkrankung, die schnell erkannt und behandelt wurde. Danach begann der Kater wieder mit seinen ausgelassenen Mäusespielen.
Wenn eine Katze ihr ganzes Leben lang selten oder nie spielt, so kann das verschiedene Gründe haben.
Ein Freigänger reagiert seinen Spieltrieb in der Natur ab und findet "In-door-Spielen" uninteressant. Die Wohnungskatze findet die ewig gleichen Spielzeuge mit der Zeit langweilig und verlangt nach Abwechslung. In einem Mehrkatzenhaushalt fühlt sich so mancher Stubentiger gehemmt und gestresst durch die Anwesenheit seiner Artgenossen.
Spielen ist für jede Katze ein natürliches Verhalten, es ist angeboren und hat eine wichtige Funktion für die gesunde Entwicklung.
Junge Kätzchen müssen das Spielen nicht lernen. Im Spiel mit Gegenständen üben sie das Beutefangverhalten, mit den Geschwistern trainiert man Angriff und Verteidigung. Die Katze, die mit der toten Maus spielt, ist nicht grausam, sie reagiert ihren Jagdtrieb ab und reduziert ihren Erregungszustand.
Mit ihren geliebten Menschen spielen Katzen sehr gerne, das fördert die Bindung.
Katzenbesitzer sollten aber ein paar Regeln beachten, damit das Spiel für beide Seiten lustvoll bleibt. Die Hände sind keine Objekte für Beutefangspiele oder Spaßkämpfe. Der menschliche Körper soll tabu sein, sonst hat man später schmerzhafte Erfahrungen. Viel besser spielt man mit Federangeln und Objekten an Schnüren, die man vor der Katze baumeln lässt.
Wohnungskatzen brauchen abwechslungsreiches Spielzeug, der Fressnapfmarkt bietet eine Fülle davon. Mit ein paar Tropfen Katzenminze oder Baldrian verstärkt man die Anziehungskraft des Spielzeugs ungemein.
Interessante Spielmöglichkeiten kann man auch selber herstellen. Papiertüten , Kartons und Papprollen lassen sich mit raschelnden Materialien kombinieren und zu Abenteuerspielplätzen für Katzen umgestalten.
Jeden Tag sollte man sich Zeit nehmen und mit seiner Katze spielen, dann kann man vielen Verhaltensstörungen vorbeugen.

Permalink: Meine Katze spielt nicht!
Tags: Katze Katzenverhalten Katzenspielzeug
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