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Mir gefällt deine Nase nicht!

abgelegt im Archiv Tierverhalten am 25.08.07

Mir gefällt deine Nase nicht!
Katzenmobbing

Tom, der schwarze Prachtkater, geht jedes Mal zum Angriff über, wenn er auch nur die Nasenspitze von Sissi, der zierlichen Devon-Rex-Katze , sieht. Dabei ist die edle Rassekatze ein sanftes, friedliebendes Wesen und hat ihn noch nie provoziert. Inzwischen lebt Sissi fast nur noch unter dem Küchenschrank, hat die zweite Magenschleimhautentzündung innerhalb von drei Monaten. Die anderen Katzen im Haushalt fühlen sich oft von Toms Macho-Gehabe animiert, beim Mobben mitzumachen. Sissy ist so eingeschüchtert, dass sie ihr Versteck noch nicht einmal zum Verrichten ihrer Geschäfte verlässt.
Mobbing ist gar nicht so selten, wenn der tierliebe Mensch mehrere Katzen unterschiedlichen Alters und Geschlechts auf engen Raum in der Wohnung vergesellschaften will.
In südlichen Ländern trifft man oft größere Katzengruppen an, die friedlich zusammenleben.
Warum klappt das bei uns manchmal nicht?
Die wild lebenden Mietzen haben sich freiwillig zusammengefunden. Ein Tier, dass die Nähe der anderen nicht toleriert, wandert ab und sucht sich sein eigenes Revier.
In der Stadtwohnung kann man sich nicht aus dem Weg gehen.
Tom fühlt sich offensichtlich mit den acht anderen Katzen nicht wohl, obwohl die Menschen ihnen ein ganzes Haus mit eingenetzter Terrasse als Lebensraum bieten.
Er sucht sich den schwächsten Partner aus und reagiert aggressiv, damit baut er Stress ab. Nach jedem gelungenen Angriff fühlt er sich eine Zeitlang wohler. Die anderen werden von seiner miesen Laune angesteckt und beteiligen sich am Mobbing. So ein "Prügelknabe" ist ein Ventil, um mit dem sozialen Stress in der Gruppe fertig zu werden.
Für Sissy hat das fatale Folgen - die Magenschleimhautentzündungen, ganz eindeutige Stresssymptome.
Andere Katzen reagieren mit auffälligem Verhalten auf Stress - sie putzen sich zwanghaft, lecken oder beißen sich blutig.
Und wenn eine Katze mitten in der lebhaften Katzengesellschaft mit geschlossenen Augen, scheinbar dösend und entspannt zusammen gekauert dasitzt, dann ist das ein nicht immer ein gutes Zeichen. Die gestresste Katze reagiert möglicherweise mit Kontaktabruch auf die soziale Überforderung und flüchtet sich in den sogenannten "Verteidigungsschlaf".
Sie handelt dann wie ein Kleinkind, das sich die Hände vor die Augen hält und glaubt, dass es jetzt unsichtbar ist.
In einem Viel-Katzenhaushalt gilt es, die Gruppe genau zu beobachten und bei auftretenden Verhaltensauffälligkeiten rechtzeitig korrigierend einzugreifen.
Hat man die Katzenharmonie wieder hergestellt, wird man das Zusammenleben mit den Fellträgern entspannt genießen können.



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Tags: Katzen  Mehrkatzenhaushalt  Mobbing  Tierverhalten 

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