Polizeistaat und Denunziantentum im Namen des Tierschutzes?
abgelegt im Archiv Tierschutz am 19.11.08

© adobemacWer nach der Überwachung von Tierfreunden im allgemeinen ruft, weil einige wenige Tierhalter Tiere mißhandeln, der tritt alle guten Tierfreunde mit Füßen. Wer definiert, was ein Mißhandeln ist? Was zählt als gut? Welches engherzige Menschenbild steht hinter der Petition vom 14.10.2008 beim Deutschen Bundestag, die einen Tierhalterpaß fordert?
Vom mündigen Bürger spricht kaum noch jemand außer einigen Träumern, die ihre Augen vor einer teuren aufquellenden Bürokratie verschließen. Bürger werden bereits seit Otto von Bismarck gegängelt und bevormundet. Das ist keine neuzeitliche Erfindung, die im Namen der EU-Kommision in die nationalen Parlamente getragen wird.
Das Leid dieser Welt, selbst nur das Leid in der Bundesrepublik Deutschland läßt sich nicht mit Gesetzen und Richtern, mit Polizisten und Gutachtern bewältigen. Wir haben bereits eine Gesetzesflut, aber keine Flut des Bösen, die unser Alltagsleben überschwemmt.
Ein Anreiz, Menschen, die Umwelt oder Tiere zu mißhandeln ist für einige wenige Leute vorhanden. Doch die Masse der Bürger ist anders eingestellt. Sie sind weit davon entfernt, dem Bösen zu entsprechen, das täglich in den Medien zelebriert wird.
Es genügt, gegen das Böse vorzugehen, wenn es geschieht. Es um den Preis eines Tierhalterpasses zu verhindern, wie es in der Petition gefordert ist, läuft einer freiheitlich demokratischen Grundordnung zuwider und wirft schlechtes Licht auf Tierfreunde, die sich im Tierschutz engagieren. So bewirkt der Einreichende mit seiner Forderung nach einem Tierhalterpaß eher das Gegenteil dessen, was er sich so sehnlich wünscht.
Hans Kolpak
Pfoten und Fell

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Tags: Tierschutz Überwachung Tierhalterpaß
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