Stress bei Katzen
abgelegt im Archiv Tierverhalten am 18.04.07
Stress kann viele Gesichter haben
Verteidigungsschlaf und andere Verhaltensauffälligkeiten bei Katzen
Wer glaubt, es ließen sich beliebig viele Katzen vergesellschaften, der täuscht sich gewaltig.
Die Katze, als geborener Einzelgänger mit gewissen geselligen Neigungen, reagiert mit den verschiedensten Verhaltensstörungen auf soziale Überforderung. So wie wir Menschen reagieren Katzen sehr unterschiedlich auf stressauslösende Lebensumstände.
Tierpfleger beobachten im Tierheim immer wieder, dass einzelne Katzen mitten in der lebhaften Katzengruppe stundenlang zusammengerollt schlafen. Um sie herum ist mehr oder weniger Trubel, es scheint sie nicht zu stören. Was wie ein entspanntes Verhalten aussieht ist Anzeichen von starkem Stress.
Die Katze fühlt sich in der Gruppe überfordert und flüchtet in den "Verteidigungsschlaf"
Sie reagiert mit völligem Kontaktabbruch, macht sich unsichtbar, will selber nichts sehen und nicht gesehen werden.
Was ist überhaupt Stress?
Stress ist eine gesunde Reaktion auf eine Gefahrensituation. Der Körper wird in Alarmbereitschaft versetzt. Die Hormone Adrenalin und Noradrenalin beschleunigen den Herzschlag und erhöhen den Blutzuckerspiegel. Die Muskulatur wird stärker durchblutet und die Funktion des Magen-Darmtraktes gehemmt. So kann das Wildtier bei Gefahr all seine Energie zur Flucht einsetzen.
Bei unseren Stubentigern kann kurzzeitiger Stress durchaus positiv sein, so bleibe sie geistig und körperlich fit. Gesundheitsgefährlich wird der ständige Stress, wenn sich mehrere kleine Faktoren. Plötzlich zeigt die Katze körperliche und seelische Auffälligkeiten und Verhaltensstörungen.
Unsere sensiblen Haustiere reagieren empfindlich auf Veränderungen in ihrer Umgebung, auf Vernachlässigung, neue Hausgenossen, plötzliche Lärmereignisse, Umzug - die Liste ließe sich noch fortsetzen.
Der völlige Kontaktabbruch in Form des Verteidigungsschlafes ist nur ein Symptom für starken Stress. Die Katze kann auf viele Art und Weise zeigen, dass etwas nicht in Ordnung ist.
Hyperaktivität, Unsauberkeit, Harn- und Kratzmarkieren, Aggressionen, zwanghaftes Putzen, vermehrtes Fressen, appetitlosigkeit bis hin zu organischen Krankheiten wie Magenschleimhautentzündung können durch Stress entstehen.
Damit solche Verhaltensprobleme erst gar nicht auftreten, sollte der Katzenbesitzer auf ein entspanntes, katzengerechtes Umfeld achten. Die Anpassungsfähigkeit der Katzen hat Grenzen, und sie ist auch bei den einzelnen Samtpfoten sehr unterschiedlich.
Im Zusammenleben mit den sanften Schnurrern ist Stressvermeidung ein Grundgesetz, denn bekanntlich ist Vorbeugen besser als Heilen.
Mehr zum Thema Markieren.

Permalink: Stress bei Katzen
Tags: Katzen Stress Tierpsychologie Verhaltensstörung
Stimmen Sie ab für Stress bei Katzen:
|
Dieser Eintrag wurde mit: 9.00 Punkten (von 2 Stimme(n) insg.) bewertet.
|
