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Stress im Katerquartett
abgelegt im Archiv Tierpsychologie von Gabriele Müller am 24.08.07
Stress im Katerquartett
Die Besitzer von Öhrchen lieben Katzen. Und sie haben vier Kater: Außer Öhrchen noch einen weiteren Savannah-Kater, einen Tonkanesen namens Gustav - und charly, einen schwarzen Bengalkater.

Unangefochtener Chef der Truppe ist Savannah Nummer eins, genannt "der Dicke", ein Gemütskater, in sich ruhend und ausgeglichen. Zwischen Öhrchen und Gustav jedoch kracht es öfter, denn der zierliche Tonkanese macht Öhrchen große Angst. Und Öhrchen hat außerdem, auffällig genug für ein Tier, das vom Züchter kommt, Angst vor Menschen. So verbringt er viele Stunden hinter dem Bett im Schlafzimmer. Für nötige Sozialkontakte hat er sich den Dicken ausgesucht. Seine Besitzer suchen Hilfe, denn sie finden, dass der Kater so kein angenehmes Katzenleben führt.

Was rät der Tierpsychologe?

Wichtig ist, dass die beiden Kampfhähne getrennt werden. Öhrchen bekommt ein eigenes Zimmer mit Kratzbaum, sonnigem Liegeplatz und Ausguck nach draußen. Tagsüber, wenn Charly und Gustav mit der Halterin ins Büro gehen, dürfen Öhrchen und der Dicke die Wohnung ganz allein für sich haben. Nachts ziehen sich die beiden zurück in ihr Refugium. Eine Fliegengittertür ermöglicht es den vier Katern, sich zu sehen, sich aber nicht anzugreifen.

Zudem bekommt Öhrchen eigene Spieleinheiten, eigene Schmuseangebote möglichst in Gegenwart seines Chefkaters und homöopathische Unterstützung. Seine Menschen ziehen sich mit ihm in "sein" Zimmer zurück und bieten ihm Zuwendung an, bedrängen ihn aber nicht. Feste Rituale werden etabliert. Öhrchen gewinnt an Selbstbewusstsein, weil er ein eigenes Revier hat, in dem er sich unangreifbar fühlt - selbst als Gustav beginnt, nachts vor der Zimmertür zu heulen.

Gustav gelingt es, sich in Öhrchens Zimmer zu schleichen, er bleibt jedoch friedlich. Öhrchen selbst hat jetzt genug Mut, um auch in Gustavs Gegenwart in der Wohnung herumzuspazieren.

Das Resultat nach drei Monaten harter Arbeit und viel, viel, viel Geduld der Halter:

Gustav und Öhrchen friedlich - wenn auch noch nicht liebevoll, beide auf gleicher Höhe

zweifreunde.jpg

Ein schönes Beispiel, das Mut macht, aber auch zeigt, dass sich Angst und Aggression nicht von heute auf morgen legen. Ein hartes Stück Arbeit liegt hinter den Beteiligten - aber der Erfolg belohnt die Mühe.



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Tags: Savannah  Kater  Angst  Aggression 
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