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Tiergesundheit und Ernährung
, Tierverhalten
von Gabriele Müller am 16.05.07

Sie fragen sich, was Tierpsychologie mit Blasenentzündung zu tun hat? Viel.
Unsauberkeit ist eines der häufigsten Probleme bei Katzen. Die Ursachen sind ungeheuer vielfältig und schon das allein macht klar: Es gibt keine Patentrezepte.
Aber eines muss immer am Anfang stehen: der organische Befund. Der Weg zum Tierarzt kann und darf nicht hinausgeschoben werden. Was immer auch in Katzenforen, Diskussionsrunden, von wohlmeinenden Nachbarn und angeblichen Katzenkennern erzählt wird: Die häufigste Ursache für Unsauberkeit bei Katzen ist nicht Stress, sondern Blasenentzündung.
Jeder Tierpsychologe kennt das: Spätestens an diesem Punkt kommt die Antwort der Besitzer: "Nein, meine Katze ist nicht krank. Sie frisst normal und verhält sich normal." Leider hat das nichts, aber auch gar nichts zu bedeuten. Eine Diagnose kann zutreffend nur der Veterinär stellen. Und jeder Tierhalter, so gut er seine Katze auch zu kennen meint, ist medizinischer Laie.
Dass Katzen Schmerzen nur dann zeigen, wenn es gar nicht mehr geht, hat mit einem Überlebensinstinkt zu tun. Kranke Tiere würden in der Natur unerbittlich ausgesondert und leichte beute für Fressfeinde. Von unauffälligem Verhalten also auf Gesundheit zu schließen, ist ein bedauerlicher Trugschluss.
Der Tierarzt kann untersuchen, ob im Urin Eiweiß oder Blut nachgewiesen werden kann - nur das ist letztlich ein Indiz für eine Infektion oder sogar Harnsteine. Beides sorgt für ständige Schmerzen und führt zu einer Meidereaktion. Die Katzentoilette wird mit Schmerzen in Verbindung gebracht: Das Tier sucht nach Alternativen. Warme, weiche Unterlagen, besonders, wenn sie nach Mensch riechen, helfen gegen die Angst und beruhigen. Wen wundert es da, dass Katzen auf Sofas, Betten und Kleidung urinieren?
Wer leichtfertig behauptet, die Katze pinkele aus Protest, aus Stress oder sonstigen Gründen, ohne organische Ursachen ausgeschlossen zu haben, handelt fahrlässig. Tierschützer haben damit blutige Erfahrungen: Oft genug wird ein krankes, unsauberes Tier auch noch abgegeben - zum körperlichen Schmerz kommt als "Dank" auch noch das Trauma des Verlustes und die Angst.
Permalink: Tierpsychologie und Blasenentzündung
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Wong
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