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Wenn Katzen trauern

abgelegt im Archiv Tierpsychologie am 04.11.07

Wenn Katzen trauern
Sie gelten als typische Einzelgänger, unabhängig und wenig sozial, was stimmt. Und sie können enge Bindungen schließen und große Gefühle zeigen. Auch das stimmt. Das Sozialverhalten der Katzen ist viel zu komplex, um auf einfache Formeln gebracht zu werden. Aber eines ist längst sicher: Katzen können trauern.

Ob das mit menschlicher Trauer zu vergleichen ist, sei dahin gestellt. In jedem Fall bedeutet der Tod eines langjährigen Tierpartners für die sensiblen Stubentiger eine große Veränderung und Verwirrung. Und verliert eine Katze gar ihren Bezugsmenschen, mit dem sie lange zusammen gelebt hat, dann bricht womöglich eine Welt zusammen.

Häufig versuchen die Besitzer, ihr Tier zu trösten, indem sie in solchen Trauersituationen einen - noch dazu meist jüngeren - Artgenossen dazu holen. "Ich dachte, meine Katze würde sich über die Ablenkung freuen und hätte dann einen Spielpartner", heißt meist die Begründung. Das ist gut gemeint, endet aber oft in der Katastrophe. Denn Katzen sind keine Rudeltiere. Ein fremder Artgenosse ist in erster Linie ein Revierkonkurrent, der misstrauisch beäugt, geprüft und womöglich angefeindet wird. Ist der Jungspund frech und naiv und will vorwitzig die Welt erkunden, dann verletzt er die angestammten Rechte der alteingesessenen Katze. Damit sind heftige Konflikte vorprogrammiert. Und je nach Alter, Charakter und körperlicher Verfassung zieht sich dann die trauernde Katze völlig zurück und gibt sich auf. Aber auch extreme Reaktionen wie starke Aggression, übermäßiges Putzen und Lecken bis zur Selbstverletzung sind möglich.

Hier ist viel Einfühlungsvermögen und beständigkeit gefragt und deshalb ist es besser, in solchen Situationen nicht einfach einen Verlust wettmachen zu wollen, indem man dem Tier einen neuen Partner vor die Nase setzt. Was dagegen hilft, sind viel Zuwendung, Ruhe und möglichst wenig Veränderungen in der Lebensumwelt. Homöopathische Mittel können helfen, den Schock zu lindern. Pheromone, als Diffusor in der Steckdose angebracht, tragen dazu bei, ein Sicherheitsgefühl zu vermitteln.

Aber noch wichtiger ist, dass die Katze möglichst viel Zuwendung erfährt - durch Körperkontakt und vorsichtiges Spielen. Auch Leckerchen sind erlaubt, wie eigentlich alles, was das Tier aus seiner Isolierung befreit, Neugier und Lebensgeister wieder weckt.



Permalink: Wenn Katzen trauern

Tags: Katze  trauern  Rückzug  Aggression  Unsauberkeit  Pheromone 

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